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Lautsprecher des Kapitals
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft streitet für die Freiheit
der Unternehmen. Sie ist so erfolgreich, dass selbst ihre Gegner sie
schon nachahmen
Von Götz Hamann
Quelle: ZEIT 04.05.2005 Nr. 19
Wenn wir erst die gehobene Pilzform erreicht haben, ist es zu spät.
Bernd Raffelhüschen hebt die Stimme - und macht eine Pause. Der Pilz ist
gefährlich. Allein in der Pflegeversicherung kostet er die Deutschen in
den kommenden 30 Jahren mindestens 250 Milliarden Euro zusätzlich,
rechnet der Freiburger Wirtschaftsprofessor vor, und spätestens jetzt
hören ihm alle Journalisten zu. Sie sind ins Haus der
Bundespressekonferenz gekommen, weil sie etwas über den Pilz und seine
Folgen lernen wollen. Denn der Pilz, das sind die Deutschen.
Raffelhüschen spricht über die wachsende Zahl alter Menschen, denn mit
jedem Jahr erinnert die bekannte Alterspyramide mehr an einen Pilz.
Daraus folgert der Ökonom: Schafft die Pflegeversicherung in ihrer
jetzigen Form ab. In den Medien ist tags darauf zu lesen, Den
Pflegekassen droht der Kollaps oder Heftige Kritik an
Pflegeversicherung. Und das ist nicht alles. Raffelhüschens Auftritt ist
nicht bloß ein kleiner Beitrag zur Reformdebatte. Er gehört zu einer auf
Jahre angelegten politischen Strategie. Organisiert und finanziert von
der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.
Die Initiative arbeitet im Innersten der deutschen Medienrepublik, dort,
wo die Nachrichten des nächsten Tages entstehen, dort, wo die
veröffentlichte Meinung gemacht wird. Sie setzt alles daran, Stimmungen
zu verstärken oder zu drehen und medialen Druck zu erzeugen. Wer die
Arbeit der Initiative kennt, versteht den fortschreitenden Wandel in der
öffentlichen, politischen Kultur, denn ihre Macher glauben fest daran:
Wer am Ende die Herrschaft in einer Debatte erringt, dem winkt der
höchste Preis - eine Politik nach seinem Gusto
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Kasten: Millionen von der Wirtschaft
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