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Getarnte LobbyMaskenball im Fichtenwald |
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"Die sagen mir nicht nur, wie viele Leute erschossen werden müssen, sie schreiben auch die Namen auf die Kugeln." (Peter Strieder, Berliner Ex-Bausenator, zur Arbeit der Berater) Beraten und verkauftMcKinsey & Co. - der große Bluff der Unternehmensberater Ein Schwarzbuch zur Berater-Branche von Thomas Leif Gebundenes Buch, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 19.95 Euro, C. Bertelsmann, ISBN-10: 3-570-00925-4 Erscheinungstermin: 16.05.2005
In seinem neuen Buch "Beraten & Verkauft" -- ein "eindrucksvolles,
materialreiches Dokument der Hybris der Consultants... - und damit auch
der Ratlosigkeit der sie beauftragenden Politiker" (FAZ) -- untersucht Autor
Thomas Leif, SWR-Chefreporter und Vorsitzender des Netzwerks Recherche
eV, die Verflechtung zwischen Politik und Unternehmensberatern.
Sie heißen McKinsey, Roland Berger oder Boston Consulting. Sie bewegen Milliarden, beeinflussen das Management von DAX-Unternehmen und politische Entscheidungen auf allen Ebenen. Die Berater strukturieren Arbeitsplätze zu Tausenden weg. Ihre Arbeitsweise ist undurchsichtig, ihr Erfolg umstritten. Thomas Leifs Schwarzbuch lüftet erstmals den Schleier über einer viel zu teuren, fachlich überschätzten, aber so einflussreichen wie beunruhigenden Branche. Mit ihren Powerpoint-Präsentationen bieten die Berater-Firmen Politik und Wirtschaft extrem vereinfachte Lösungen für komplexe Prozesse. Mit ihrem elitären Habitus und ihrem Mythos grenzenloser Kompetenz entlasten sie überforderte Manager und Bürokraten. Nur Verantwortung für ihre Empfehlungen übernehmen sie nicht.Bei der Buchvorstellung resümmierte der Autor: "Hauptkritikpunkt ist, dass die Auftraggeber überhaupt nicht kontrollieren, was sie wissen wollen. Das Zweite ist, wenn die Berater mal im Geschäft sind, dann denken sie am ersten Tag schon daran, wie sie Folgeaufträge generieren können. Das Dritte ist, sie liefern in der Regel Standardware. Und viertens setzen sie das, was sie eigentlich herausgefunden haben, gar nicht um, weil sie wieder neue Aufträge wollen. Das Wissen, was den Unternehmensberatern immer so exklusiv zugeschrieben wird, das existiert gar nicht; sie kratzen das Wissen aus den Köpfen ihrer Klienten." Selbstkritisch (?) bestätigte Christian Wulff, Niedersachsens Ministerpräsident, meist lieferten die Berater nichts anderes als das, was sie in ihren Gesprächen erfahren hätten. Für die Gutachten würden "graue Aktenblätter in bunte Präsentationsfolien" verwandelt und anschließend mit Worthülsen angereichert. Und der Präsident des baden-württembergischen Rechnungshofes bilanziert, dass in über 80 Prozent der untersuchten Fälle die Aufträge ohne öffentliche Ausschreibung vergeben worden seien, teilweise die Ergebnisse völlig unbrauchbar waren und eine Erfolgskontrollen generell fehlte. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich der Umsatz der Branche auf fast 13 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Allein die Bundesministerien geben Jahr für Jahr rund 34 Millionen Euro für Beraterverträge aus. Leif zum Vergabeverfahren: "Es gibt eine unglaubliche Ignoranz gegen bestehende Gesetze."
Siehe auch:
Die 'Süddeutsche' streift noch einen anderen Aspekt in dem Buch: dass es nebenbei "offenbar auch um heikle Vorgänge in der ARD" gehe. Wie der MDR und die Bundesagentur für Arbeit zu kooperieren pflegen, das fasst das Altpapier der Netzeitung zusammen, u.a. mit Verweis auf einen Artikel der FAZ und die NDR-Sendung 'ZAPP': Wie staatliche Behörden Fernsehbeiträge finanzieren. Einen "blinden Fleck" in dem Leif-Buch beleuchtet 'TELEPOLIS'. In dem Artikel: Plagiiert, beraten und verkauft? kritisiert der Autor Thomas Barth die Vermeidung des Themas Bertelsmann, besonders auffällig in dem Kapitel über die Hartz-Reformen. |
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