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Avanti Duellanti! PAARLAUF - Die Herausforderin und ihr Kanzler beim Pas de deux Mathias Wedel Sie haben zahlreiche Gemeinsamkeiten. Erstens: Der Osten ist ihnen gleichgültig. Er kommt an diesem Abend nur als Popanz Linkspartei vor. Nicht einmal das übliche Bekenntnis ist zu hören, dass die Ostler weiterhin stabil mit dem Lebensnotwendigsten versorgt werden sollen, zur Not aus der Luft. Zweitens: Gegen die Arbeitslosigkeit wissen sie beide nichts. Schröder erwähnt das Problem - bekanntlich das dringendste aller erwachsenen Deutschen - nicht einmal mehr in seinem Resümee. Merkel verspricht sich Vollbeschäftigung offenbar von "veränderten Haftungsregeln beim Gentechnik-Gesetz", dem Erhalt von Kernkraftwerken und dem Bürokratieabbau, der sich zuvörderst gegen die Bundesagentur für Arbeit richten soll. Das jedenfalls war ihre Antwort auf die Frage: "Wo sollen die Arbeitsplätze denn her kommen?" Und auch auf dringliche Nachfrage blieb es dabei. Drittens: Beide sind sie irgendwie für den Frieden. Und zwar auf der Geschäftsgrundlage, die Schröder am Sonntag mit seinem Schlusssatz vorgegeben hat: Er ist jetzt nur noch gegen "überflüssige" Kriege. Das dürfte Merkel auch so sehen, überflüssige Kriege bringen dem Kapital außer Fun ja nichts. Quelle: Freitag 36, 09.09.2005 Welchen Grund kann es geben, sich das Spektakel anzutun? Die Hoffnung auf ein plötzliches totales Versagen? Die Sehnsucht nach dem Supergau? Frau Merkel hat minutenlang einen Schluckauf, Schröder sagt "Frau Stoiber" zu ihr oder kriegt einen cholerischen Schub, Merkel bricht in Tränen aus, bleibt hängen, bittet um eine Auszeit und so weiter. Kurz - wir hoffen, dass das Allzumenschliche obsiegt. Und wen von beiden es dabei am ärgsten erwischt, den wählen wir dann nicht. Oder gerade den. |
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