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Samstag, 10. Februar 2007
"Einspruch!" heißt sein Blog bei FOCUS-Online. "Der grüne Querdenker Oswald Metzger", charakterisiert ihn die Redaktion, "kämpft für mehr Ehrlichkeit in der Politik." Und so kommentiert Metzger dann auch den "Abgang des Friedrich Merz". Er schreibt in dem Blog, in ehrlicher Bewunderung über den Kläger gegen die Offenlegungspflichten der Abgeordneten: "Er konnte komplizierte ökonomische Sachverhalte so verständlich formulieren, dass es eine Freude war, ihm ... zuzuhören."
Metzger, der nach eigener Aussage schon mal "zur aggressiven Streit-Unkultur" beiträgt, wenn ewig gestrige Sozialromantiker mit ihren unqualifizierten Einlassungen (zur umlagefinanzierten Rente) "nur schwer auszuhalten" sind, muss von dem Meister der geschliffenen Rede gelernt haben. Mit dem gleichen unbestechlichen Sachverstand (man bestaune nur die schier endlose Liste seiner, Merzens, "Neben"tätigkeiten) und der davon geleiteten Reduktion von Komplexität verbreitete der finanzpolitische Sprecher der Grünen in Baden-Württemberg bei einem Polit-Talk im ZDF ("Arm im Alter", Berlin Mitte vom 08.02.2005) ebenfalls intellektuelle Freude: "Von Adenauer zu Metzger" vollständig lesen Freitag, 24. November 2006
Der Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens lobte in einem Kommentarüber die CDU und ihr Profil in den tagesthemen am 23.11.2006 den Bundespräsidenten für seine Orientierungshilfe und tadelte die CDU, die zwichen "wirtschaftsliberalen Kräften der Erneuerung" und "Sozialbewahrern" schwanke. Es war eine Lehrstunde der politischen Bildung, die mit dem überholten Demokratieversprechen des Grundgesetzes aufräumt. Siegmund Gottlieb:
"... wie soll das gut gehen, wenn eine Partei überall ein bisschen und nirgends richtig steht? Da fehlt einfach ein Standpunkt, da fehlt eine Haltung. Da verbeugt man sich in beliebiger Biegsamkeit ein weiteres Mal vor dem Wähler, nur weil der nicht will, dass sich etwas ändert." Wo kämen wir da auch hin, wenn die politischen Parteien, die an der Willensbildung des Volkes mitwirken sollen, sich nach dessen Willen richteten. Wie gut, dass in dieser verfahrenen Situation ein mutiger Bundespräsident seine "Pflicht, die handelnden Politiker an ihren Auftrag zu erinnern", wahrnimmt. Und wie gut, dass es im Fernsehen noch Kommentatoren gibt, die den Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten noch ernst nehmen und dem Bürger erklären, wie Demokratie funktioniert. Montag, 10. Juli 2006
Wissen Sie schon, dass wir Weltmeister sind? Nein, nicht Weltmeister im Abbau von Arbeitsplätzen oder Weltmeister im Outsourcen und Lohndrücken. Das ist nicht gemeint. Diese Disziplinen werden ja auch noch nicht als sportlich-patriotische Leistung aus Leidenschaft anerkannt, leider.
Gemeint ist schon Fussball: Deutschland ist Fussballweltmeister. Das glauben Sie nicht? Verdient hätten sie es ja, höre ich Sie sagen, aber Italien ist es geworden. Das haben Millionen von Leuten weltweit miterlebt, und daran gibt es nichts zu rütteln. Falsch, Deutschland hat die WM gewonnen - und das liegt an den unsichtbaren Toren. Wenn Sie das nicht glauben, gehören Sie immer noch zu den phantasielosen Bedenkenträgern und wissen nicht, dass Realität nur ein "depressives Konstrukt für Leute (ist), die sie noch nötig haben" (Peter Sloterdijk). Und das sind nicht die Hoffnungsträger mit dem Klinsmann-Reformgeist, die Deutschland voran bringen. Da kann selbst der "Heilsbringer der Nation" (die 'Süddeutsche' über Klinsmann) von den Polit-Kickern noch etwas lernen: Mit den unsichtbaren Toren im Fußballstadion verhält es sich nämlich so, wie mit den unsichtbaren Erfolgen in der politischen Arena. Das Erfolgsgeheimnis hat uns heute der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Öttinger in einem Interview im Deutschlandfunk verraten. Weiterlesen: Zur Logik der unsichtbaren Erfolge Freitag, 16. Juni 2006
Da wird ein armer CSU-Politiker von den politisch Korrekten im Land abgewatscht - nur weil er, laut denkend, einen "Gemeinschaftsdienst für Langzeitarbeitslose" fordert, in der fürsorglichen Absicht, sich nicht überflüssig zu fühlen (gemeint sind die Arbeitslosen, nicht der Politiker). „Alle arbeitsfähigen Langzeitarbeitslosen“, hatte der arbeitsmarktpolitische Obmann der Unionsfraktion im Bundestag, Stefan Müller, der Bild-Zeitung anvertraut, „müssen sich dann jeden Morgen bei einer Behörde zum 'Gemeinschaftsdienst' melden und werden dort zu regelmäßiger, gemeinnütziger Arbeit eingeteilt - acht Stunden pro Tag, von Montag bis Freitag.“ Wer sich verweigere und nicht zum Dienst erscheine, müsse „mit empfindlichen finanziellen Einbußen rechnen“.
Gleich setzte es verbale Prügel. Der bayerische Dampfplauderer Ludwig Stiegler fühlte sich diesmal zwar nicht an die alte deutsche Weisheit "Arbeit macht frei" erinnert, er empfahl Müller aber, „baden zu gehen und sich abzukühlen“. Andere, wie Petra Pau von der Linkspartei, sahen in dem Vorstoß gar einen „Rückgriff auf den Arbeitsdienst im Dritten Reich“. Dabei hat der brave Parteisoldat doch nur konsequent weiterentwickelt, was sein Fraktionsvorsitzender Volker Kauder vorher schon (in einem Interview mit der SZ vom 31.05.2006) wegweisend, aber unzureichend andgedacht hatte. Der Chef wollte für den nüzlichen Dienst am gemeinen Volk für den Anfang nur die jugendlichen Penner für drei, vier Stunden morgens aus den Lotterbetten holen. "Arbeit macht mobil" vollständig lesen Mittwoch, 17. Mai 2006
"Ich glaube, die ökonomischen und politischen Kräfte des Neoliberalismus lasten so schwer auf Europa, dass die Errungenschaften der Aufklärung wirklich in Gefahr geraten." Diesen Satz äußerte der französische Soziologe Pierre Bourdieu Ende 1999 in einem Disput mit Günter Grass. Heute muss man wohl formulieren, dass sie in Gefahr "geraten sind".
Das "Gefühl, dass uns die Tradition der Aufklärung abhanden kommt" (heute: gekommen ist), beschleicht einen unwillkürlich, wenn man in den SPIEGEL schaut. Weiterlesen ... |
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