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1,92 Euro Stundenlohn ist kein Skandal

wahl-stimmen::blog

Donnerstag, 8. Februar 2007

1,92 Euro Stundenlohn ist kein Skandal

Geschrieben von SANDmann in
Quergefragt, der Politik-Talk aus dem Mainzer Stadttheater, Sendung vom 7. Februar 2007 zu dem Thema "2,50 Euro die Stunde - Was tun gegen Hungerlöhne?"

Transcript des Eröffnungsdialogs zwischen der Moderatorin Anke Hlauschka und Kurt Lauk, Präsident des CDU-Wirtschaftsrates (zu dem mir kein Kommentar mehr einfällt)

Hlauschka: "Herr Lauk, ... das Doppelzimmer in einem bekannten Hamburger Fünf-Sterne-Hotel kostet 349 Euro, das Zimmermädchen ... bekommt 1,92 Euro die Stunde. Ist das nicht ... ein Skandal?"
Lauk: "Ein Skandal ist es nicht, es ist zunächst mal eine Situation, die wir überall in der Welt antreffen. Bei uns ist die Diskrepanz zwischen arm und reich deutlich geringer ... Wir sind, seit Ludwig Erhard die soziale Marktwirtschaft bei uns eingeführt hat, insgesamt im Weltstandard gesehen ein ausgesprochen soziales und verträgliches Land. Das es immer noch Ungerechtigkeiten gibt, und Verbesserungsmöglichkeiten, soll gar nicht bestritten werden."
Hlauschka: "Die 1,92 Stundenlohn, wo würden Sie die in der Ungerechtigkeitsskala einordnen?"
Lauk: "Ein isolierter Lohn von 1,92 ist eigentlich auf keiner Skala einzuordnen. Darum geht es zunächst mal gar nicht. Es geht zunächst mal darum, dass wir die Möglichkeit bieten, den Menschen in diesem Land Beschäftigung bieten, damit Sie zu Wohlstand kommen können ..."
Hlauschka: "Na, mit 1,92 dauert's lang, bis da einer zu Wohlstand kommt.
Lauk: "Ja natürlich, das ist noch kein Wohlstandskonzept, das ist richtig. Aber die Arbeit als solche, die Beschäftigungsverhältnisse als solche, arbeiten zu können, eine Familie ernähren zu können, verantwortlich zu sein - das ist eigentlich das Wichtigere ..."

Nachgereicht hat Lauk später noch das Angebot: "In England wurde der Mindestlohn eingeführt nachdem die Gewerkschaften zerschlagen waren. Wenn das ein Modell für Deutschland ist, dann können wir darüber reden."

Und noch ein Schmankerl aus der Sendung von Kurt Beck, SPD-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz: "Meinen höchsten Respekt vor wissenschaftlichen Beiräten, aber ich bin auch Regierungschef und ich weiß, was man wo bestellt, wenn man was wie ausgedrückt haben will. So ist das Leben."

Die ganze Sendung als Realaudio:


 

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