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Reformgesang

Einträge für Juni 2006

Montag, 19. Juni 2006

Ohne Anstand und Würde

Geschrieben von SANDmann in Reformgesang
"Der fürsorgliche Staat demütigt die Menschen", titelt Rainer Hank in der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' vom 18.06.2006 und fordert eine "Grundsatzdebatte über die Staatsaufgaben", die nicht länger "zur zeitlosen Konstante und folglich zum Tabu" erklärt werden dürften. Mit welchem Recht und in welchem Umfang, fragt er, darf ein Gemeinwesen aus Menschen Steuerbürger machen? "Daß heute niemand diese Legitimationsfrage stellt, ist nicht nur skandalös, sondern vor allem teuer. Es frißt das halbe Bruttoinlandsprodukt."

Als Kronzeugen für seinen Befreiungskampf entstaubt der Wirtschaftschef der Sonntags-FAZ den "preußischen Reformer" und "Universalgelehrten" Wilhelm von Humboldt und holt sich von ihm ""Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen" (so der schöne Titel einer Humboldt-Schrift von 1792).

Undenkbar sei es aus Sicht Humboldts, daß der Staat dem Bürger die Sorge für die Risiken des Lebens (Arbeit, Alter, Gesundheit) abnähme: "Das wäre eine Beleidigung der menschlichen Würde. Ein freier Bürger läßt sich solche Demütigungen nicht gefallen, wie gut gemeint auch immer sie sein mögen." Denn er scheue die unterwerfende Abhängigkeit, die der Angriff auf die Freiheit zwangsweise nach sich ziehe. Weiterlesen ...

 

Dienstag, 6. Juni 2006

"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" - Wider die Diktatur des Prekariats

Geschrieben von SANDmann in Reformgesang
Die Inszenierung des Schau-Spiels "Die Verfolgung und Ermordung des gefräßigen Sozialstaats", dargestellt durch die Schauspieltruppe des Hospizes zu Berlin unter der Anleitung des Herrn de Saat-Zwietracht, nach dem bewährten Drehbuch "Das Opfer ist der Mörder" aus der Ferder der unerschrockenen Kämpfer für wahre Freiheit und Gerechtigkeit. Überbezahlte Darsteller sind die bekannten Figuren, die sich nicht nach dem deutschen Spargel bücken mögen und die arbeitsscheuen Abzocker, die auf unsere Kosten lustig das pralle Leben genießen. Ein Stück absurdes Theater aus dem Tollhaus: die ideosynkratische Wut des rechtschaffenen und recht schaffenden Bürgers so recht nach dem Stammtisch-Geschmack auf WELT-Niveau in Szene gesetzt von und mit Christiansen, Baron, Jörges, Kauder, Müntefering & Co. Mehr lesen ...

Wer sich nicht fürchtet (vor dem Zerr-Bild im Focus der Medien und der verkehrten Welt im Spiegel), kann noch weitere Geschichten aus Realistan lesen.
 
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